Die homöopathische Behandlung

In der Homöopathie behandeln wir grundsätzlich den ganzen Menschen und keine einzelnen Beschwerden.

Natürlich kommt jeder Mensch mit einem Schwerpunkt zu uns, der im Fokus der Behandlung steht. Dieser zentrale Aspekt wird ausführlich betrachtet und bekommt die volle Aufmerksamkeit.

Doch sämtliche Lebensbereiche des Patienten, seine Lebensumstände, sein Naturell, seine Hobbies, seine Träume, die familiäre Vorgeschichte, andere Beschwerden, sogar Nahrungsmittelvorlieben und -abneigungen werden ebenso aufgenommen und fließen in die Betrachtung ein.

 

Die Erstanamnese

 

Beim ersten Besuch wird eine umfangreiche Anamnese gemacht, die in der Regel zwei Stunden, manchmal auch länger dauert. In dieser Erstanamnese schildert der Patient in aller Ausführlichkeit seine Beschwerden. Auch die oben genannten weiteren Lebensbereiche kommen zur Sprache, oft ebenfalls in großem Umfang und sehr detailliert. 

Der Homöopath stellt dem Patienten viele Fragen. Oft scheinen sich die Fragen zu wiederholen, denn das Ziel ist es, den Patienten auf die tiefgreifendste Weise zu verstehen.

Daher versucht man, ein möglichst  vollständiges und exaktes Bild des Gesamteindrucks des Patienten zu erhalten. Nur so kann das individuell passende Mittel mit größtmöglicher Sicherheit gefunden werden. 
Nach dem Erstgespräch werden alle Informationen ausgewertet und das für den Patienten geeignete homöopathische Arzneimittel bestimmt.

 

Wir haben über 5.000 homöopathische Einzelarzneien. So individuell und umfassend wie die Anamnese ist, so präzise sucht der klassische Homöopath aus dieser großen Anzahl Mittel dasjenige aus, das auf den Patienten in seiner Situation am besten passt.

Die Verlaufsbehandlung (Follow-up)

 

Das Mittel wird gegeben und dann wird erst einmal gewartet, in der Regel vier bis sechs Wochen.

 

Es hängt natürlich auch davon ab wie dramatisch das Beschwerdebild ist, aber um eine Entwicklung beobachten zu können, braucht es etwas Zeit.

Nach dieser Zeit kommt der Patient zum ersten Follow-up und berichtet, was geschehen ist. Dieser Termin dauert dann ‚nur‘ noch etwa eine Stunde. Die zentralen Themen des Patienten werden wieder aufgegriffen und die Veränderungen seit der Einnahme der Arznei betrachtet.

Nach dem Follow-up kann der Homöopath einschätzen, ob das Mittel oder die Dosierung angepasst werden müssen.

Dauer der Behandlung bei chronischen und komplexen Beschwerden

Viele Patienten kommen mit chronischen und komplexen Beschwerden zu uns, für die in der Schulmedizin keine Lösung gefunden wurde, manchmal nicht einmal eine Diagnose.

Solche Beschwerdebilder sind nicht mit nur einem Termin und einer Dosis Kügelchen zu heilen. Gesundung und Heilung, die sich auf allen Ebenen des Menschen ausdrücken kann, ist ein vielschichtiger und oft langwieriger Prozess. Um einen solchen Prozess erfolgreich in Gang zu setzen und zu begleiten, braucht man Zeit.

 

In der Regel gehen wir davon aus, dass man nach einem halben Jahr homöopathischer Behandlung eine vernünftige Einschätzung des Behandlungserfolges vornehmen kann.

Das heißt, wenn man sich in homöopathische Behandlung begibt, sollte man bereit sein, sich und seiner Gesundheit ein halbes Jahr zu geben, um eine merkliche Entwicklung zu machen. 

 

Am Ende der sechs Monate bewerten Homöopath und Patient gemeinsam den Behandlungsfortschritt und entscheiden über das weitere Vorgehen. Oft kann man die Abstände zwischen den Follow-up-Terminen vergrößern oder man entscheidet sich, ganz zu warten und tritt erst wieder in Verbindung, wenn der Patient es wünscht.